DRM und die feuchten Träume der Computer-SpieleindustrieSunday, February 7. 2010![]() Bild aus Die Siedler - WebKit © Ubisoft. Die letzte Version von "Die Siedler", die ich gespielt habe, ist Die Siedler II. Durch den IGN.com Artikel The Settlers 7 Hands-on - Dominate your enemies and raise a kingdom habe ich festgestellt, dass sich in dieser Serie von Blue Byte seit dieser Zeit grafisch und strategiemässig einiges getan hat. Leider hat sich aber Ubisoft entschlossen über das Spiel und den Spieler die totale Kontrolle ausüben zu wollen. Deshalb wurde das Spiel mit einem DRM-Schutz versehen, der das Spielen nur erlaubt, wenn der Spieler online ist. Einige Fragen diesbezüglich beantwortet die Online Services Platform Q&A von Ubisoft UK. Demzufolge muß man sich
Ubisoft führt als großen Vorteil an, dass man dafür das Spiel auf beliebig vielen PCs und beliebig of installieren darf/kann. Über die Seriennummer des Spiels in Verbindung mit dem persönlichen Account wird der Spieler authentifiziert und weil der Spielstand online gespeichert wird, kann (muss?) man - ohne vorher die PCs synchronisieren zu müssen - mit dem aktuellen Spielstand weiterspielen. Die Installations-CD/DVD ist zum Spielen nicht erforderlich. Die gravierenden Nachteile sind aber:
Damit hätte Ubisoft endlich das erreicht, was die Spieleindustrie schon lange wollte: totale Kontrolle über das Produkt und den Käufer. Was den Spieleherstellern ja schon lange eine Dorn im Auge ist, dass man das Spiel einmal durchspielt und dann weiterverkauft - ohne dass der Hersteller daran nochmals verdient - hat sich damit auch erledigt.
Offensichtlich hat Ubisoft nichts aus dem Spore-Disaster gelernt, das Electronic Arts 2008 einstecken musste. Nachdem bekannt wurde, dass das Spiel mit dem SecuROM DRM geschützt sein würde, brachen die Verkäufe des wohl meist erwarteten Spiels für 2008 ein, Vorbestellungen wurden storniert. Die Welle der negativen Bewertungen für Spore bei Amazon, rein basierend auf der Verwendung des SecuROM DRM, taten ihr Übriges. Dafür war die gecrackte Version ohne DRM der totale Renner bei den Bittorrents. In nur einem Monat schaffte es 500000 Downloads, ein bisher für ein Spiel nie erreichtes Ergebnis. Dies schlug solche Wellen, dass sogar Forbes unter dem Titel "Spore's Piracy Problem" einen Artikel darüber brachte. Durch die DRM Politik und die Verwendung von SecuROM, das einen extrem schlechten Ruf hat und das Verhalten von Spyware an den Tag legt, hat sich EA massivst selbst geschadet. Statt dass es die Spieler gezwungen hätte das Spiel zu kaufen, wurde es zum am meisten piratisierten Spiel aller Zeiten und das DRM wurde als Legitimisierung für die illegalen Downloads angesehen. Dazu kommt, dass die Spieler einer legalen Kopie des Spieles viel mehr Probleme mit dem Spiel aufgrund des DRM hatten, als die Spieler der gecrackten, DRM-freien Version. Damit hat EA zudem auch noch die Käufer bestraft. Wann werden die Hersteller endlich verstehen, dass je weniger man die Konsumenten gängelt, desto kaufwilliger sind sie. DRM trägt dazu nicht bei. Ihr kostenloses Apple iPadSaturday, February 6. 2010
Aber das Internet wäre nicht was es ist, wenn nicht sofort auch Spammer und andere zwielichtige Gestalten auf den Hype-Train aufspringen und versuchen würden, daraus Kapital zu schlagen. Auf Facebook hat eine Webpage-Fanseite mit Namen "Apple iPad Giveaway – Be The First To Get One!" aktuell bisher 92,342 Fans angezogen (die Zahl im Bild rechts ist von vorgestern). Das muss man sich einmal vorstellen: 100000 Leute fallen auf solch dreiste Abzocke herein und bekennen sich auch noch dazu.
Aber wenn sie doch das iPad kriegen? Das ist in der Tat nicht einmal ausgeschlossen. Der Preis dafür wird aber wahrscheinlich den Preis des iPad um einiges übertreffen. Wie funktioniert das?Das System dahinter nennt sich auf neudeutsch Affiliate, was die Bedeutung von Partner oder Zweigstelle hat. Neben einigen seriösen Affiliate-Programmen großer Firmen, gibt es auch jede Menge, die an der Grenze der Legalität oder zumindest des Anstandes arbeiten. Manche dieser Affiliate-Programme ersetzen im Internet die Drückerkolonnen von früher. Gelangt man auf so eine Webseite, ist man - ohne entsprechende Einstellungen oder Add-Ons im Browser - erst einmal in einer endlosen Reihe von immer neuen Webseiten gefangen, die alle die E-Mail-Adresse oder sogar reale Post-Adreßdaten abfragen. Natürlich muss man überall sein Einverständnis erteilen, dass man kontaktiert werden darf. Das Ergebnis sind dann Unmengen von Spam. Aber was tut man nicht alles für ein kostenloses iPad. Der Affiliate freut sich über ein paar Cent, jedesmal wenn ein Partner die E-Mail-Adresse bekommen hat. Neben den reinen Spammern gibt es die Probeabos. Man willigt in Probeabos ein, die man sicher nicht möchte, aber es sind ja nur Probeabos. Wie so oft, verlängern diese sich allerdings automatisch in kostenpflichtige Abos mit langer Laufzeit, wenn man nicht rechtzeitig kündigt. Nicht jeder tut das und nicht mit allen Abos und schon hat die Firma gewonnen. Nicht zu vergessen, dass für den Affiliate immer ein paar Cents oder sogar Euros abfallen. Und dann gibt es noch die Super-Sonderangebote. Ähnliche Angebote kennt man auch bei uns aus dem Werbefernsehen. Meist werden Mobiltelefone, Fernseher und Spielekonsolen "verschenkt", wenn man einen (überteuerten) Mobilfunkvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten abschliesst. Und hier sind wir dann endlich am Ziel. Das iPad erhält man, wenn man sich zB. einen Plasmafernseher für € 2000 kauft, der mit guter Wahrscheinlichkeit einen Wert/Ladenpreis von € 1000 hat . Ist man also letztendlich bei seinem "kostenlosen" iPad angelangt, hat man auf dem Weg dahin bereits einen viel zu hohen Preis dafür bezahlt. Und der Affiliate? Wenn jeder der 100000 Fans oben mitgespielt hat, und er für jeden nur 1 Euro erhalten hat, kann sich jeder selbst ausrechnen, dass das ein ganz passabler Verdienst ist dafür, dass die Website gerade mal 2 Wochen existiert, er so gut wie keine Arbeit und auch keinen Aufwand damit hat.
Erziehung im Zeitalter des InternetSaturday, February 6. 2010
Sohnemann räumt das Zimmer nicht so auf, wie die Mama das gerne hätte, deshalb wird die Privatsphäre mal eben komplett außer Kraft gesetzt und es werden Bilder vom Zimmer gemacht und im Internet veröffentlicht. Das findet die Mama dann offensichtlich auch noch lustig und zwitschert es mit dem Tag #twitpicpranger. Na, das hat ja dann super funktioniert mit der Vermittlung von sozialer Kompetenz und von Werten, wie dem Respekt vor der Privatsphäre. Vielleicht sehen wir demnächst dann Bilder, die der Sohn von der Mama macht
Die Privatsphäre - und dazu gehört meiner Meinung nach zumindest alles, was in einer Familie im Haus vor sich geht - hat in der Öffentlichkeit nichts, aber auch gar nichts verloren, es sei denn alle Beteiligten sind einverstanden. Diesen Bereich und das dort herrschende gegenseitige Vertrauen zu zerstören ist ein konsequenter und weitreichender Einschnitt für alle in diesem Haushalt lebenden Personen, denn damit ist ein ganz wichtiger Bereich verloren gegangen: der Einzige, der nicht öffentlich ist und in dem man sich auch einmal "fallen" lassen und sich ausleben kann. Statt sich aber kritisch mit derartigem Vorgehen auseinanderzusetzen, finden das sogar Pfarrer toll und es wird damit geprotzt es erfunden zu haben. Nicht jeder Scheiß, den man im Internet bringt, führt dazu, dass man "cool" ist. Ganz im Gegenteil.
Thunderbird 3 - Sicherheit erhöhenFriday, February 5. 2010
Javascript abschaltenWas mir schon in den Release Candidates sauer aufgestossen ist, und sich in der finalen Version nicht geändert hat, ist die Tatsache, dass es im Gegensatz zu den 2er Versionen nicht mehr möglich ist über die Benutzereinstellungen Javascript abzuschalten. Leider gibt es für den Thunderbird bisher auch kein NoScript Add-On, wie für den Firefox. Da braucht es dann etwas fortgeschrittenere Magie (was für Joe User wahrscheinlich eine ziemlich hohe Hürde darstellt), denn man kann Javascript natürlich immer noch abschalten.
DNS-Prefetching abschaltenWenn wir schon im Config-Editor sind, können wir auch gleich noch eine weitere Schwachstelle beseitigen. Mike Cardwell beschreibt in seinem Artikel "Prefetch Exposure on Thunderbird and Webmail" ein Angriffsszenario, das sowohl Thunderbird beim E-Mail-Abruf, als auch Firefox (ab Version 3.5) beim Zugriff auf Webmail-Systeme betrifft. DNS-Prefetching ist ein weiteres Beispiel dafür wie die Prefetching-Manie der Mozilla-Entwickler die Programme schwächt, nur um im Gegenzug ein paar Millisekunden Performance herauszuholen. [Nachtrag] Was bedeutet DNS-Prefetching in diesem Zusammenhang? Der Browser anaylisert die geladene Seite und falls er Hyperlinks findet, führt er die entsprechenden DNS-Anfragen schon proaktiv aus, was er ohne Prefetching erst machen würde, wenn der Benutzer auf den Link klickt. Mozilla argumentiert damit, dass dies in mobilen Netzwerken zu einem starken Preformancegewinn führen würde und außerdem macht es Google Chrome auch. Dass beide Browser kein Prefetching für Hyperlinks in Seiten machen, die per HTTPS abgerufen wurden zeigt, dass den Entwicklern schon klar ist, was sie da eigentlich anstellen.
Zum Abschalten des DNS-Prefetching muss im Thunderbird und Firefox eine Konfigurationsoption hinzugefügt werden:
Damit ist das DNS-Prefetching abgeschaltet. Wie man im Bild sehen kann, habe ich auch die Option für network.prefetch-next abgeschaltet. Ist diese Option angeschaltet, können Webseiten den Browser anweisen, dass er bestimmte Daten schon im Hintergrund lädt (zB. Bilder, oder weitere Webseiten). Das ist gut gemeint, ermöglicht aber dem Benutzer Daten unterzuschieben, die er vielleicht gar nicht will, also empfehle ich auch diese Option durch einen Doppelklick abzuschalten. [Nachtrag]
Dieses Prefetching wurde zB. von Google auf den Suchergebnisseiten verwendet. Google hat den Browser angewiesen die Links hinter den ersten fünf Treffern schon einmal proaktiv zu laden, damit, wenn der Benutzer sich entscheidet den Link anzuwählen, die Seite schneller lädt. Der negative Effekt ist, dass natürlich die Seitenbetreiber darüber informiert wurden (über den Referrer), nach welchen Suchbegriffen jemand gesucht hat, dass eine ihrer Seiten in den Top 5 Ergebnissen war und auch die IP-Adresse und Browserversion des Suchers, auch wenn dieser den Link nicht anklickt.
Die Fenster des Config-Editors und der Benutzereinstellungen können nun geschlossen werden. Kuppinger-Cole und die SpammerTuesday, February 2. 2010Wie ich bereits in den Artikeln "FAIL: Kuppinger Cole und der Datenschutz" und Kuppinger-Cole im Grössenwahn beschrieben habe, hat dieses Unternehmen ein recht gestörtes Verhältnis zum Datenschutz. Doch sie geben die Adressen nicht nur an (halbwegs) seriöse Geschäftspartner weiter, offensichtlich gibt es entweder direkt bei ihnen oder einem ihrer Geschäftspartner ein Datenleck. Seit einiger Zeit erhalte ich nämlich Spam an die E-Mail-Adresse, die ich damals nur für deren Newsletter angelegt hatte und ausschließlich dafür und die Kommunikation mit den Leuten von Kuppinger-Cole verwendet hatte: 2010-01-25 14:13:43 204-66-135-95.pool.ukrtel.net:95.135.66.204:11668:
Ein ziemliches Armutszeugnis für ein Unternehmen, dass sich im Bereich Datenschutz und Identity-Management tummelt. Terroristen und FlugzeugeSunday, January 31. 2010BKA-Präsident Jörg Ziercke sagt der "Welt am Sonntag" im Interview "BKA warnt vor Attentaten durch radikale Einzeltäter":
Ist das so? Ich denke die ganze Panik wird klar von den Behörden dahingehend geleitet. Die Gründe sind relativ klar:
Aber warum sollten Terroristen wirklich Flugzeuge als Ziel Nummer 1 auswählen?
HorrorszenarienDer "Vorteil" von Flugzeugen ist, dass sie einen Großteil der Sprengkraft selbst in Form von Kerosin mit sich führen. Wenn es erst einmal wummst, dann aber richtig. Der "Nachteil" ist, dass bei einem Flugzeug in der Luft so gut wie keinerlei grössere Sekundärschäden, etwa durch die Druckwelle der Explosion, auftreten. Eine oder mehrere gut platzierte Bomben mittlerer Größe in der U-Bahn dürften erheblich mehr Schaden anrichten:
Ich weiß nicht, woher BKA-Präsident Jörg Ziercke seine Horrorszenarien zieht, aber ich weiß, dass mich mein oben skizziertes Horrorszenario bei weitem mehr beunruhigen würde ... und der U-Bahnhof Marienplatz in München ist sicher von der Ausgestaltung her weltweit kein Einzelfall. Das Internet lacht - heute über: Jörg ZierckeSunday, January 31. 2010![]() Dass der BKA-Präsident Jörg Ziercke nicht immer so ganz auf der Höhe ist, hat er uns in der Vergangenheit ja mehrfach bewiesen. Neues Jahr neues Glück. Nun hat er der Welt am Sonntag ein Interview gegeben. Darin sagt er:
So so, nun werden also nicht die Bilder und die Webserver gelöscht, jetzt veranlasst das BKA sogar schon, dass IP-Adressen gelöscht werden.
Mal sehen, ob und was das BKA auf die Anfrage von Jörg Tauss antwortet. Ein Körnchen WahrheitBei aller Häme, die momentan durch das Internet tobt scheint aber ein Punkt komplett unterzugehen: Diese Aussage ist der Beweis dafür, dass das BKA selbst nicht glaubt, dass die Warnschilder helfen, denn auch mit Warnschild gilt immer noch:
Damit wird auch klar, dass die ganze Diskussion um die Internetsperren nur eine schmierige Wahlkampfkampagne war und es weniger um missbrauchte Kinder als politischen Stimmenfang und die Etablierung einer Kontroll- und Zensurinfrastruktur ging. Alleine der Herr Ziercke scheint immer noch nicht verstanden zu haben, dass der Wahlkampf jetzt erst mal durch ist. Auch bei seinen Aussagen zur Wirksamkeit von Internetsperren scheint Ziercke wenig lernfähig. Schon im März 2009 hatte der Chef der Polizeiermittlungsgruppe gegen Kinderpornografie und Kindesmisshandlung in Stockholm, Björn Sellström, in einem Interview gegenüber focus online erklärt:
Spass mit Webspiders IIFriday, January 29. 2010
Mit Hilfe der Datei robots.txt im Root-Verzeichnis eines Webservers (also zB. http://www.example.com/robots.txt) kann man Webspiders rudimentär steuern. Will man nicht, dass diese Crawlers einen bestimmten Bereich des Webservers ablaufen, schreibt man Einträge der Form:
User-Agent: * Schön wäre es nun, wenn sich die Crawlers auch daran halten würden. Manche tun das nämlich nicht, obwohl sie das /robots.txt abrufen:
[UPDATE] Mittlerweile habe ich Antwort erhalten. dotnetdotcom.org hält sich an den Robot Exclusion Standard. Das Problem liegt darin, dass ich mehrere Zeilen mit "User-Agent: *" in meinen robots.txt hatte. dotnetdotcom.org interpretiert das als Fehler. Ich habe es entsprechend abgeändert. [/UPDATE] In solchen Fällen empfiehlt sich dann ein Block in der Konfiguration des Webservers. Im Falle von Mozilla/5.0 (compatible; DotBot/1.1; http://www.dotnetdotcom.org/, crawler@dotnetdotcom.org) und eines apache Webservers wäre das dann ein Eintrag # dotnetdotcom.org crawler Eine E-Mail an die Betreiber hat natürlich innerhalb von 36 Stunden weder eine Antwort noch eine Änderung gebracht. [UPDATE] Dafür aber kurz danach.[/UPDATE].
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