E-Mails, PDF-Anhänge und die Telekom

It's a maexotic world ...


Telekom FAIL!

Meine Mutter hat ein neues Notebook. Das Windows 7, das vorinstalliert war, habe ich auf die Hälfte geshrinkt und dann ein recht minimalistisches Fedora 12 mit GNOME-Desktop draufgepackt. Ein paar Einstellungen vom alten System übernommen, ein paar Add-Ons für den Firefox, alles kein großer Akt.

Dann noch schnell den Thunderbird konfiguriert, den sie eigentlich nur verwendet, um die Rechnungen der Telekom zu erhalten und anzusehen. Um das möglichst unkompliziert abzuwickeln, soll ein Klick auf das PDF-Dokument im Anhang dies natürlich gleich im entsprechenden Viewer (in diesem Fall evince) öffnen.

Aber irgendwie wollte das nicht klappen. Thunderbird hat mir nur immer wieder angeboten, die Datei zu speichern. Dies hätte bedeutet, dass man sie anschliessend annavigieren und z.B. per Doppelklick hätte öffnen müssen. Viel zu kompliziert.

Also habe ich gesucht, warum das so ist und habe es auch gefunden. Die Telekom versendet das PDF-Dokument der Rechnung in den E-Mails als:

Content-Type: application/octet-stream; name=2009_12rechnung_nnnn.pdf
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Disposition: attachment; filename=2009_12rechnung_nnnn.pdf

Das PDF gibt es seit 1993. Im selben Jahr wurde der MIME-Typ application/pdf dafür registriert. Seit 2004 gibt es den RFC 3778: "The application/pdf Media Type", der das - unter anderem - nochmal explizit festklopft. Manche "Dialekte" von PDF sind internationale Standards. Dennoch schafft es die Telekom nicht, im Jahre 2010, also 17 Jahre später, den Anhang in ihren E-Mails mit dem korrekten MIME-Typ auszuzeichen.
Und da mag Schnarri dann groß rumheulen, wenn es Unternehmen gibt, die am Puls der Zeit arbeiten und deshalb erfolgreich sind.

★ Einmal mit Profis! ★

Die Lösung, die ich dann gewählt habe ist, dass ich in die Datei $HOME/.mailcap den Eintrag
application/octet-stream; /usr/bin/xdg-open %s
hinzugefügt habe. Nicht perfekt, aber in dieser Umgebung ist es akzeptabel.

Die E-Mail enthält übrigens auch noch einen ganz, ganz supertollen, mega-wichtigen Disclaimer. Der totale Brüller:

Die Inhalte dieser Mail sind vertraulich und nur für den konkret genannten Adressaten der Anlage bestimmt. Falls Sie nicht der richtige Empfänger dieser E-Mail sind, senden Sie uns bitte eine Information an info@telekom.de und löschen Sie diese E-Mail.
Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser E-Mail und der darin enthaltenen Informationen sind nicht gestattet.

Allen, die jetzt verständnislos schauen, sei der wirklich hervorragende Podcast von Herrn Rechtsanwalt Dr. Bahr ans Herz gelegt: "Der Disclaimer - 10 Jahre unausrottbarer Schwachsinn"; 6:10 Minuten, die sich lohnen.

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