Datenschutz: Staat vs. Privat

It's a maexotic world ...


Heise berichtet, dass der hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch den Datenschutz auch gegen die Datenskandale im privaten Bereich stark machen will, z.B. dagegen dass Firmen ihre Mitarbeiter ausspionieren. Das finde ich voll Klasse und das ist lange überfällig.

Überhaupt nicht seiner Meinung bin ich jedoch wenn er "private Spanner" mit den Worten klassifiziert:

"Lauter kleine böse Brüder sind schlimmer als der große Bruder, den der Staat verkörpert"
Die Überwachungsmöglichkeiten des Staates gehen ja wohl um ein Vielfaches weiter als das, was ein "privater Spanner" mit einer Mini-Kamera oder mit einem Richtmikrofon erreichen kann. Letzteres ist schlimm genug und muß verboten werden (die Tatsache bitte, nicht die Hilfsmittel). All das steht aber in keiner Beziehung dazu, dass man anhand von Handyortung Bewegungsmuster erstellt, über TK-Überwachung Kommunikationspartner ermittelt, über Banktransaktionen Einkaufs- und Konsumverhaltensmuster erstellt, Passagierlisten auswertet... und all das dann landes-/europa/weltweit mit einer fetten data mining Maschinerie auswertet.

Das ist dann doch ein paar Größenordnungen anders gelagert.


Thematisch zumindest ansatzweise passend ist folgende Meldung aus Großbritannien: Call to 'shut down' Street View (von Google). Diese Meldung entbiert nicht einer gewissen Ironie, kommt sie doch aus dem Land mit der höchsten Dichte von CCTV Kameras weltweit (1 pro 15 Personen). Natürlich gibt es gravierende Unterschiede, die man nicht außer Betracht lassen darf: Google Street Map ist weltweit für jeden verfügbar, die Daten der CCTVs (meist) nicht. Und doch dringen die CCTVs meiner Meinung nach viel tiefer in die Privatsphäre der Menschen ein als es ein Auto tut, das ein einziges Mal auf einer Straße entlang fährt und Fotos macht: Pubs ordered to install Big Brother CCTV cameras - or risk losing licences.




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